GUT 1 - Version 2016
Grundlagen des Programms

Die Basis des Lernens bildet der Grundwortschatz. Bei seiner Erstellung sind mehrere Aspekte zu beachten: Ein Grundwortschatz muss die häufigsten Wörter enthalten, die Wörter müssen gleichzeitig die wichtigsten Rechtschreibfälle repräsentieren. Zudem ist die Fehlerträchtigkeit einzelner Wörter zu berücksichtigen.

Das Lernen der häufigsten Wörter

Mit den 100 häufigsten Wörtern erreicht man eine Textdeckung von etwa 50%. Ein Grundwortschatz soll deshalb die Wörter enthalten, die in unserer Sprache am häufigsten vorkommen. Durch das Beherrschen dieser Wörter lassen sich die Fehlerzahlen in relativ kurzer Zeit erheblich reduzieren.

Der Grundwortschatz wurde in Pakete zu je 100 Wörtern aufgeteilt. Der Grundwortschatz 1 enthält die häufigsten Wörter, der Grundwortschatz 2 die nächsthäufigsten usw. Besonders für rechtschreibschwache Kinder ist es wichtig, zuerst den Grundwortschatz 1 zu bearbeiten. Danach sollten die weiteren Grundwortschätze gelernt werden.

Der Transfer von Wortstämmen
Es wäre aber in keiner Weise ökonomisch, die Schreibung von Tausenden von Wörtern einzeln lernen zu wollen. Aufbauend auf den sicher gespeicherten Grundlagen erfolgt ein Transfer.

Beispiel: Der Schüler lernt im Grundwortschatz das Wort fahren mit h zu schreiben und überträgt den Wortstamm auf abfahren, mitfahren, Fahrbahn, Fahrzeug, Gefährt usw.

Das Lernen der wichtigsten Rechtschreibfälle und deren Transfer
Ein Grundwortschatz muss gleichzeitig die wichtigsten Rechtschreibfälle enthalten, so dass ein Transfer auch über Rechtschreibregeln ermöglicht wird.

Beispiel: Lernt ein Schüler an Beispielwörtern des Grundwortschatzes wie versuchen, verkaufen, verdienen den Wortbaustein ver- mit v zu schreiben, so kann er diese Schreibweise auf weitere Wörter übertragen: vermuten, verbummeln, verwerfen.

Das Lernen fehlerträchtiger Wörter
Sehr fehlerträchtige Wörter sind in den Grundwortschatz mit aufzunehmen, sofern sie eine hinreichende Häufigkeit besitzen. In der Fehleranalyse von Menzel, er analysierte Fehler in Aufsätzen, machten die 120 häufigsten Fehlerwörter 31,4% aller Fehler aus. Durch ein Beherrschen dieser 120 fehlerträchtigen und häufig vorkommenden Wörter könnte also etwa 1/3 der Fehler vermieden werden. In einer eigenen Untersuchung wurden durch die 346 häufigsten Fehlerwörter 52,9 % aller Fehler abgedeckt.

Das Programm enthält 300 fehlerträchtige Wörter, gegliedert in Pakete zu je 100 Wörtern. Die Wörter im ersten Paket (Schwierige Wörter 1) kommen am häufigsten vor. Die fehlerträchtigen Wörter können dann bearbeitet werden, wenn die Grundwortschätze beherrscht werden. Der Wortschatz „Schwierige Wörter 1“ sollte zuerst gewählt werden.