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| Der Aufbau
von Grundwortschätzen |
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Zielsetzung Die Arbeit mit einem Grundwortschatz zielt auf das Legen
von Grundlagen. Das Ziel ist es, Grundlagen so intensiv zu üben,
dass sie auch bei rechtschreibschwachen Schülern sicher gespeichert
werden. Aufbauend auf der Beherrschung von Grundlagen erfolgt ein Transfer.Das
Setzen konkreter und erreichbarer Ziele steht im Mittelpunkt. Das Lernpensum
bleibt im vorliegenden Training überschaubar. Der große und
unbezwinglich scheinende 'Berg Rechtschreibung' wird in 'kleine Hügel'
zerlegt, in 'Hügel', die sich überwinden lassen. Lerninhalte Der Erfolg des Trainings GUT basiert auf sprachwissenschaftlich klar definierten Grundlagen. Die Basis des Lernens bildet der Grundwortschatz. Bei seiner Erstellung sind mehrere Aspekte zu beachten: Ein Grundwortschatz muss die häufigsten Wörter enthalten, diese Wörter müssen gleichzeitig die wichtigsten Rechtschreibfälle repräsentieren. Zudem ist die Fehlerträchtigkeit einzelner Wörter zu berücksichtigen. |
Das Lernen der häufigsten Wörter - Transfer von Wortstämmen Der Gebrauch der einzelnen Wörter unserer Sprache
ist degressiv. Einige Wörter verwenden wir häufig, andere selten
und den größten Teil fast nie. Mit den 100 häufigsten
Wörtern erreicht man eine Textdeckung von über 56%, (Mahlstedt)
mit den 400 häufigsten Grundformen kann unter Beachtung von Transfer-Regeln
- durch Übertragung dieser Grundformen auf weitere Wörter -
bereits 80% abgedeckt werden. Das Lernen der wichtigsten Rechtschreibfälle und deren Transfer Ein Grundwortschatz muss gleichzeitig die wichtigsten Rechtschreibfälle enthalten, so dass ein Transfer auch über Rechtschreibregeln ermöglicht wird.Lernt ein Schüler an Beispielwörtern des Grundwortschatzes wie v ersuchen, verkaufen, verdienen, verlaufen die Vorsilbe ver - mit vzu schreiben, so kann er diese Schreibweise auf weitere Wörter übertragen: vermuten, verbummeln, verwerfen . Die Schüler lernen anhand der ihnen bekannten und von ihnen orthographisch beherrschten Wörter des Grundwortschatzes die wichtigsten Regeln und transferieren die Schreibungen auf weitere Wörter. |
Das Lernen fehlerträchtiger Wörter Sehr fehlerträchtige Wörter sind in den Grundwortschatz
mit aufzunehmen, sofern sie eine hinreichende Häufigkeit besitzen.In
der Fehleranalyse von Menzel (1985, 9), er analysierte Fehler in Aufsätzen,
machten die 120 häufigsten Fehlerwörter 31.4% aller Fehler
aus. Durch ein Beherrschen dieser 120 fehlerträchtigen und häufig
vorkommenden Wörter könnte etwa 1/3 der Fehler vermieden
werden. Die Ökonomisierung des Lernens Eine wichtige Grundlage des Lernens ist das Wiederholen, das Wiederholen bis zur sicheren Speicherung im Ein großer Teil bereitet den Schülern keine Schwierigkeiten, die Wörter werden bereits richtig geschrieben. Die nicht beherrschten Wörter des Grundwortschatzes machen jedoch einen hohen Anteil an den individuellen Falschschreibungen aus, denn diese Wörter treten in unserer Schriftsprache häufig auf. Speziell der von den Schülern individuell nicht beherrschte Teil des Grundwortschatzes muss behandelt werden.Die Methode von GUT ist lernökonomisch. Nicht an einer großen Liste von Wörtern wird gearbeitet, sondern der individuell nicht beherrschte Teil wird gelernt. Dieser Teil wird jedoch so lange geübt, bis er sicher beherrscht wird. |
Sprachstatistische Quellen Als Grundlage zur Erstellung der Grundwortschätze dienten u.a.
folgende Quellen: Neben der Vorkommenshäufigkeit wurde die Verwendung der Wörter
im Satz beachtet. Menzel (1985) analysierte insgesamt 20041 Fehlerwörter
aus Schüleraufsätzen. Er stellte fest, dass viele fehlerträchtige
Wörter in den Grundwortschätzen nicht enthalten sind. Speziell
die in Textzusammenhängen verwendeten flektierten Wortformen fehlen.
Diese fehlerträchtigen Wortformen (z.B. kommen, kamen, komm, kam)
wurden in den erstellten Grundwortschatz mit aufgenommen.Wesentliche
Ergebnisse zur Fehlerträchtigkeit stammen aus einer eigenen Untersuchung
an 37000 Fehlern (nicht veröffentlicht). |
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